Schreckschusswaffen zum Selbstschutz richtig anwenden

Schreckschusswaffen zum Selbstschutz richtig anwenden

Ich habe jetzt eine Schreckschusswaffe und fühle mich sicherer!
Aufgrund verschiedenster Vorkommnisse fühlen sich viele Menschen sehr unsicher auf öffentlichen Wegen und Plätzen, dies führt bei einigen zum Kauf von Schreckschusswaffen.
Der Erwerb dieser Schreckschusswaffen ist in Deutschland nur an kleinste Auflagen gebunden. Der Käufer muss nur 18 Jahre alt sein.
Das Führen, also das zugriffsbereite tagen außerhalb des eigenen befriedeten Besitztums, erfordert allerdings einen kleinen Waffenschein.

Auch hier sind keine großen Auflagen zu erfüllen, der Antragsteller muss aus waffenrechtlicher Sicht zuverlässig sein und 18 Jahre alt sein.
Die Kosten für die Beschaffung der Schreckschusswaffe und des kleinen Waffenscheins fallen mit ca. 300 € recht gering aus.

Viele vergessen hierbei allerding das Wesentliche:

Schreckschusswaffen bieten das Gefühl von Sicherheit!
Viele vergessen bei der Überlegung sich eine Schreckschusswaffe zu beschaffen das Wesentliche und zwar, dass diese Waffen nur das Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Wesentliche Merkmale sprechen also gegen die Beschaffung von Schreckschusswaffen zum Selbstschutz.
Zum ersten müssen Sie bedenken, dass sie diese ca. 800g „schweren“ Waffen jederzeit zugriffsbereit tragen. Spätestens nach einer Woche wird Ihnen auffallen, dass dies eine nicht unerhebliche Belastung darstellt. Das mag das geringste Übel sein, stellen Sie sich doch mal vor Sie wollen im Sommer in der Öffentlichkeit das Wetter genießen und in einem Café verweilen, eine offen getragene Waffe (in der Handtasche bringt Sie nämlich nichts) sorgt in der Regel für unangenehmes Aufsehen in der Öffentlichkeit.

Nun lassen wir aber auch diese Punkte mal außer Acht und stellen uns die Situation mal vor für welche Sie diese Waffe überhaupt angeschafft haben.

Sie werden von einem Täter angegriffen.
Nun sollten Sie in der Lage sein schnellstmöglich Ihre Schreckschusswaffe in Anschlag zu bringen und den ersten Schuss abzugeben. Das jedoch gelingt ohne die richtige Technik bzw. ohne das richtige Training nicht.
Sie haben es dennoch geschafft, der Täter nimmt den doch recht lauten Knall war und erschreckt sich wahrscheinlich sogar.
Was nun? Versetzen Sie sich hierzu doch einmal in die Lage des Angreifers, er hat festgestellt, dass es sich bei Ihrer Waffe wahrscheinlich um eine Schreckschusswaffe handelt und lässt sich davon nicht beeindrucken, sodass er seinen Angriff fortsetzt.

Fazit:
Selbst bei geübter Anwendung bieten Schreckschusswaffen nur ein Gefühl von Sicherheit keinesfalls bieten diese Waffen einen realen Vorteil in Ausnahmesituationen.
Investieren Sie das Geld lieber in sinnvollere Dinge wie beispielsweise ein Abwehrspray (Kostenpunkt 10€) oder ein Selbstverteidigungsseminar.

Opfer ist nur wer es zulässt!
Prävention…
Prävention ist nicht nur der Begriff für vorbeugende Maßnahmen, sondern ein elementarer Bestandteil der Abwehr von Angriffen. Ein selbstsicheres Auftreten kann schon dafür sorgen, dass Sie von potenziellen Tätern gar nicht als Opfer wahrgenommen werden.
Auch die Wahrnehmung spielt eine elementare Rolle in der Prävention, so können Sie gefährliche Situationen umgehen indem Sie diese frühzeitig erkennen oder im schlimmsten Fall ist es Ihnen möglich sich auf solche Angriffe „vorzubereiten“.

Nutzen Sie Ihre Wahrnehmung bewusst!
Eine kleine Übung: Achten Sie doch mal darauf wie viele Menschen rote Schuhe tragen.
Sollte es dennoch dazu kommen, dass Sie sich verteidigen müssen, helfen nur effektive und schnell angewandte Techniken.
Solche Techniken vermitteln wir in unserem Lehrgang Sei kein Opfer.

Also überdenken Sie die Anschaffung einer Schreckschusswaffe nochmals.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team von
Waffensachkundelehrgänge Niggemann

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